Predigt
Predigt vom 20.05.2012
7. SonntagB in der Osterzeit - Nach Christi Himmelfahrt
(Joh. 17, 6-19)
Was mir in diesem Evangelium besonders auffällt, ist die Ähn-lichkeit der Beziehung von Eltern zu ihren erwachsenen Kindern und von Jesus zu seinen Jüngern nach seiner Himmelfahrt. Die Kinder wachsen schnell heran. In der Jugend beginnt der Prozess der Abnabelung. Und nach kürzerer oder längerer Zeit vollzieht sich die Trennung vom Elternhaus. Wenn alles gut ist, bleibt der Kontakt bestehen. Aber der direkte Einfluss der Eltern auf die Kinder ist abgeschlossen. Da können die Eltern nur noch hoffen, dass mit ihnen auch weiterhin alles gut geht. Religiöse Eltern werden sagen: Jetzt können wir nur noch hoffen und beten.
Ähnlich die Situation nach der Himmelfahrt Christi. Drei Jahre lang waren die Jünger bei Jesus. Er hat sie gelehrt und sie auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet. Dann kam der plötzliche und für sie so schmerzliche Abschied am Karfreitag. Einige Male hat er sich noch gezeigt, damit sie wussten, dass er lebt. Aber direkt konnte Jesus nichts mehr für sie tun. Auch er konnte - wie die Eltern – nur noch hoffen und beten, dass alles gut gehen würde. Nach dem Abendmahl hat Jesus vor seiner Verhaftung für seine Jünger gebetet. Das muss auf Johannes einen tiefen Eindruck gemacht haben, dass er sich das gemerkt und uns überliefert hat. Es ist ein kostbares Gebet, das wir kurz meditieren wollen. Vater, ich habe ihnen deinen Namen offenbart. Ich habe ihnen gesagt, wer und wie du bist. Bewahre du sie nun und schütze sie. Bewahre sie, damit sie eins sind wie wir eins sind. Wir sehen, wie wichtig das Anliegen der Einheit von Anfang an für Jesus war. Leider ist durch menschliche Schuld die Einheit zerbrochen. Sie mögen meine Freude in Fülle in sich haben. Eine schöne Bitte. Jesus will, dass wir durch den Glauben, trotz der Probleme, die wir alle haben, unser Leben positiv sehen und gestalten. Bewahre sie vor dem Bösen. Jesus will, dass alle, die sich zu ihm bekennen, gute Menschen sind. Heilige sie in der Wahrheit. Es gibt soviel Konfessionen und Religionen und Meinungen, dass es für manche schwer ist, das Richtige zu erkennen. Hilf du ihnen die Wahrheit zu finden. Heilige sie. Das hat nichts mit Frömmelei zu tun. Christen sollen aufrichtige, korrekte, gute und liebe Menschen sein. Wahrlich ein kostbares Gebet, von dem Johannes sich wesentliches gemerkt und uns überliefert hat. Noch einmal zurück in die Familie. Auch wenn die Kinder erwachsen und längst aus dem Haus sind, werden die Eltern fragen, wie es ihnen geht in der Familie und beruflich. So bleibt Jesus auch um uns besorgt. Was ist aus dem geworden, was er damals begonnen hat. Wir schaut die Bilanz aus? Unendlich viel Gutes ist gewachsen. Milliarden Menschen haben Kraft und Trost und Freude aus dem Glauben geschöpft. Denken wir an die vielen wunderschönen Kirchen und an andere Zeugnisse der christlichen Kultur in vielen Ländern. Nicht alles war gut, es gibt viel Negatives in der Geschichte.
Es gab und gibt auch heute Bemühungen die Kirche zu erneuern. Eines ist sicher. Ohne den Beistand des heiligen Geistes hätte es die Kirche nicht gegeben, oder sie wäre längst untergegangen. Am Sonntag feiern wir Pfingsten, das Fest des heiligen Geistes. Wir brauchen ihn genau so dringend, wie die Apostel damals. Darum beten wir in diesen Tagen: Sende aus deinen Geist, damit wir wieder neue Kraft bekommen und die Kirche erneuert und gestärkt werde.
Henk Landman
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| Veröffentlicht von: | Stefan Wurm |
| Letzte Änderung: | 15.05.2012 11:57 |
| Erstellt: | 17.06.2011 23:38 |