Colloquium Europäischer Pfarrgemeinden
50 Jahre Colloquium Europäischer Pfarrgemeinden
In herzlicher Atmosphäre feierten am Sonntag, dem 16.10., in Lausanne/CH die VertreterInnen und Ehrenmitglieder von zwölf europäischen Ländern das 50- jährige Bestehen des Colloquiums Europäischer Pfarrgemeinden. Am Ort des ersten Colloquiums wurde mit einer Hl. Messe der Gründung durch den französischen Pfarrer Francis Connan und den österreichischen Kardinals König gedacht, der damals als einziger Bischof diese Pfarrerinitiative unterstützt hatte. Seither findet alle zwei Jahre ein Colloquium in einem anderen europäischen Land statt, bei dem sich Priester und Laien mehrere Tage lang zu einem bestimmten Thema austauschen. Und es geht weiter.
Das nächste Colloquium ist vom 7.- 11. Juli 2013 in Malta geplant.
Den Bericht im Kathpress sehen Sie
hier.
Rückblick:
Nyíregyháza (Ungarn)
vom 17. zum 22. Juli 2011
Thema :
" Pfarrgemeinden, Orte der Hoffnung "
Pfarren können in Krisen Hoffnungsanker sein
"Colloquium Europäischer Pfarrgemeinden 2011" im ungarischen Nyiregyhaza befasste sich mit Rolle der Pfarren in Krisenzeiten
25.07.2011
Mehr Informationen zum CEP sehen Sie auf CEP-Website -> http://www.cep-europa.org
Budapest (KAP) Gerade in einer Zeit der Krisen, wie sie Europa derzeit erlebt, können Pfarrgemeinden Menschen Halt und Hoffnung geben. Das wurde beim "Colloquium Europäischer Pfarrgemeinden 2011" im ungarischen Nyiregyhaza hervorgehoben. Die zum Teil großen Schwierigkeiten, in denen die europäischen Gesellschaften stecken, sowie die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwälzungen machten vielen Menschen Angst. Pfarrgemeinden sollten sich in dieser Lage als "Orte der Hoffnung" bewähren, so Referenten bei der Tagung, an der 140 Personen aus 13 Nationen Europas teilgenommen haben.
Die Pfarrgemeinde sei die "menschliche Ebene der Kirche": eine Gemeinschaft, in der Begegnung und Dialog stattfinden, die für alle offen ist und in der man sich persönlich Armen, Schwachen und Leidenden zuwenden kann. Innerkirchliche Probleme und der Missbrauchsskandal schwächten aber auch die Pfarrgemeinden. "Wir laufen Gefahr, unseren Glauben nur noch auf einer privaten, individuellen Ebene auszuüben", hieß es dazu.
Bei dem Treffen in Nyiregyhaza wurden Tagebuchaufzeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland sowie persönliche Erfahrungsberichte unter diktatorischen Regimen aus Ungarn und der Ukraine vorgetragen. Das Wachrufen der Vergangenheit könne dazu verhelfen, sich der heutigen Realität zu stellen und dazu beizutragen, "dass aus unseren Pfarrgemeinden 'Orte der Hoffnung' werden". Es gelte, "den Schwierigkeiten ins Gesicht zu sehen und eine Lebenshaltung nach dem Evangelium und einen kirchlichen Lebensstil anzunehmen", der Hoffnung schenken kann, auch "Hoffnung auf eine neue Welt der Geschwisterlichkeit und Versöhnung".
Ökumenische und ostkirchliche Akzente
Referenten der Tagung waren u.a. der Pastoraltheologe Prof. Hubert Windisch, Klaus Wyrwoll vom Ostkirchlichen Institut Regensburg sowie Mönche der belgischen Benediktinerabtei Chevtogne, die sich einer besonderen ökumenischen Aufgabe verpflichtet hat. Ein Teil der Mönche zelebriert die Gottesdienste nach dem westlichen, lateinischen Ritus, die andere nach dem östlichen, dem byzantinischen Ritus.
Für die lokale Organisation des Colloquiums waren vor allem die griechisch-katholischen Pfarrgemeinden zuständig, die ebenfalls die byzantinische Liturgie feiern. Nyiregyhaza liegt im Nordosten Ungarns, nahe der Grenze zur Slowakei, Rumänien und der Ukraine. Zum Abschluss unternahmen die Teilnehmer eine Pilgerfahrt in den nahe gelegenen Wallfahrtsort Mariapocs. Er ist heute nicht nur das geistliche Zentrum der unierten Katholiken des byzantinischen Ritus in Ungarn und der Karpatoukraine, sondern auch das ungarische Nationalheiligtum schlechthin und der bedeutendste Wallfahrtsort des Landes.
Während in den anderen kommunistisch beherrschten Ländern die unierte Kirche schwer verfolgt und in die Katakomben getrieben wurde, konnte die katholische Kirche des byzantinischen Ritus in Ungarn auch in der Zeit des kommunistischen Totalitarismus öffentlich in Erscheinung treten. Die Zahl der Unierten wird in Ungarn auf 400.000 geschätzt. Es ist eine sehr lebendige Kirche mit starkem Nachwuchs an geistlichen Berufungen.
Das "Colloquium Europäischer Pfarrgemeinden" ist eine freie Vereinigung von Priestern und Laien, die aus den verschiedensten Ländern Europas alle zwei Jahre zusammenkommen, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen und Begegnung und Verständigung auf europäischer Ebene zu fördern. Entstanden ist das Colloquium 1959 aus einer Initiative des Pariser Pfarrers Francis Connan. Die Initiative wurde von Kardinal Franz König unterstützt. Das erste Treffen fand 1961 in Lausanne statt, mit dem jetzigen in Ungarn feierte die Initiative ihr 50-Jahr-Jubiläum. Seit 1973 kommen auch Laien zum "Colloquium", inzwischen stellen sie bereits zwei Drittel der Teilnehmer.
Bei der Tagung 2009 in der belgischen Stadt Mons wurde erstmals ein "Doppelpräsidium" gewählt: Gudrun Theuninck (Belgien) und Josep Taberner Vilar (Spanien) stehen seither gemeinsam an der Spitze des Colloquiums.
CEP-Vertreter Österreichs:
Christine Sommer
christine.sommer@namenjesu.com und George van Horick:
george.vanhorick@dekanat-poysdorf.at
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| Veröffentlicht von: | Stefan Wurm |
| Letzte Änderung: | 30.10.2011 11:41 |
| Erstellt: | 20.06.2011 01:10 |